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Kategorie: Allgemein

Humanitäre Katastrophe – Update

Aus dem Konflikt im Tigray, von dem wir hier berichtet hatten, ist ein Bürgerkrieg geworden.

Im Norden des Landes sind neben der Tigray-Region v.a. Amhara und Afar betroffen von Plünderungen, Verwüstung und Gewalt. Dadurch hat sich natürlich auch die Nahrungsmittelsituation stark verschlechtert. Laut den Ergebnissen der aktuellen „Integrated Food Security Phase Classification“ (IPC) – befinden sich 350.000 Menschen in einer katastrophalen Situation (Phase 5: humanitäre Katastrophe). Seit der Hungersnot in Somalia 2011 wurden nicht mehr so viele Menschen in die IPC-Stufe 5 eingestuft, daneben sind über 2 Millionen Menschen in Phase 4 (Ausnahmezustand).

NGOs und Hilfsorganisationen haben große Schwierigkeiten, überhaupt Zugang zu den Gebieten zu erhalten und die Bevölkerung zu erreichen, wie z.B. die OCHA beschreibt. 

Angesichts dieser dramatischen Situation in weiten Teilen Äthiopiens haben wir uns entschieden, neben unseren langfristigen Projekten auch Soforthilfe zu leisten. Wir wollen die uns bekannten und vertrauenswürdigen Kontakte nutzen, um schnell und direkt mitzuhelfen:

  • zum einen durch Hawelti e.V. im Tigray
  • zum anderen durch das Kirchenoberhaupt der Äthiopisch-Orthodoxe-Kirchengemeinde in Nürnberg in Amhara

Alle zukünftigen Spenden werden bis auf weiteres für die Linderung der Nahrungsmittelknappheit und Versorgungskrise genutzt. Spenden, die weiterhin direkt für eines unserer langfristigen Projekte vorgesehen sind, können aber mit mit einem eindeutigen Spendenzweck ausgewiesen werden.

Seite 33 des Handbuchs der IPC.
Den ganzen Bericht der IPC der aktuellen Situation in Äthiopien als PDF findet ihr auch hier.

Jahresrückblick 2020

unsere Ziele 2020

Wer hätte geahnt, dass 2020 so verläuft? Wir hatten auf jeden Fall anders geplant… Das waren letztes Jahr unsere Ziele:

Wir wollten in Bahar Dar 6 weitere Kinder (und 4 alleinerziehende Mütter) unterstützen und somit unser 1. Projekt ausweiten.

In Deutschland wollten wir eine Möglichkeit finden, unsere Kontogebühren zu senken.

Außerdem standen wir im Gespräch der lokalen Schule, um in Addis bedürftigen Kindern eine freie Mahlzeit pro Tag zu spenden. Dieses Projekt wäre erst einmal über ein Jahr gelaufen, wurde aber erfreulicherweise überflüssig: Der Staat übernimmt das fortan für alle Schulen in Addis.

Herausforderungen

Heuschreckenplage:
im Norden Äthipiens kam es durch eine erneute Heuschreckenplage zu Nahrungsmittelknappheit – dadurch stiegen die Preise im ganzen Land. Leider ist zu befürchten, dass aufgrund der Klimaerwärmung es auch dieses Jahr wieder perfekte Bedingungen für die Plagegeister geben wird.

Corona-Pandemie:
In Äthipien wurden die Schulen zur Eindämmung von Covid19 bis Dezember geschlossen. Arbeiten war aber weiterhin möglich, was unseren Familien sehr geholfen hat. In Deutschland führte die Corona-Pandemie dazu, dass alle unsere Veranstaltungen abgesagt werden mussten. 

gewaltsame Konflikte in der Tigray-Region:
darüber haben wir in folgendem Artikel mehr geschrieben.

Erfolge

Trotz der besonderen Herausforderungen des letzten Jahres, können wir Stolz auf unseren Verein sein: 

In Addis haben Saba, Asrat und Hayat Straßenessen für obdachlose Jugendliche und junge Erwachsene organisiert.

Unseren Familien geht es gut: Sie verdienen ihren Lebensunterhalt selbst und haben auch während der Corona-Pandemie erfolgreich ihre Selbstständigkeit unter Beweis gestellt. Von den Kindern helfen die ältesten immer mehr im Verein mit und bringen sich ein.

Wir konnten unsere Kontogebühren um mehr als 50% senken!

Und: wir haben unser 2. Projekt in Bahar Dar gestartet, indem die Kinder mit Kleidung und Unterrichtsmaterial versorgt wurden.

Ausblick

Für 2021 haben wir natürlich auch schon Ziele gesteckt: das erste war diese Webseite!

Ein Auffrischen unserer Vereinsseite war angesagt, darauf haben wir uns in der letzten Mitgliederversammlung geeinigt. Zusammen mit MCM Managed Services und WordPress haben wir diese hübsche Seite aufgesetzt!

Weiter haben wir unser 3. Projekt gestartet: Wir unterstützen ein Dorf nahe Tulu Bolo. Unsere ersten zwei Projekte laufen natürlich weiter.

Für das deutsche Team ist ein wichtiger Punkt, auch digital Treffen und Veranstaltungen zu organisieren, da die Pandemie doch etwas länger hierzubleiben scheint… 

Tigray-Region: gewaltsame Konflikte

Update vom Juni hier: Humanitäre Katastrophe – Update

Seit November 2020

spitzt sich der Konflikt in der Tigray-Region Äthipiens immer mehr zu. Lange Zeit waren kaum verlässliche Informationen über die Lage vor Ort zu erhalten, da die Regierung Internet und Kommunikationswege unterbrochen hat, auch Journalisten wurden nicht hereingelassen. Es kämpfen nicht nur die Zentralregierung gegen die regionale Bewegung TPLF, sondern auch eritreische Milizen. Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet schätzt Informationen über schwere Menschenrechtsverletzungen aller Konfliktparteien für glaubwürdig ein: Tötungen, Vergewaltigungen und Vertreibungen wurden gemeldet. 

Betroffenheit

Die Entwicklungen, die sich in der Provinz Tigray abzeichnen, erschrecken uns natürlich sehr. Unsere Projekte, die vor allem in der Hauptstadt Addid Abeba und Umgebung angesiedelt sind, wurden davon zwar noch nicht direkt berührt, aber dieses Glück teilen nicht alle. Unsere Freunde aus dem Verein Hawelti e.V. zum Beispiel, die v.a. in der Region um Axum aktiv sind. Axum ist schwer von der Gewalt getroffen worden, und leider ist in der chaotischen Lage kaum Kommunikation möglich gewesen. Wir sind in Gedanken bei euch.

Weitere Informationen

Was weiter passieren wird, bleibt unklar, aber wir versuchen, auf dem Laufenden zu bleiben. Für weitere Informationen und Hintergründe haben wir hier ein paar Quellen aufgelistet:

Im November: Zdf über den Beginn der Eskalation
Im März: TazZdf und DW
Neuigkeiten von HAWELTI e.V.

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